Carlo Goldoni: Krach in Chiozza

Eine Straße am Hafen des Fischerdorfes Chiozza. Die Frauen, namentlich Madonna Pasqua mit ihrer jugendlichen Schwägerin Lucietta und Madonna Libera mit ihren beiden unverheirateten Schwestern Orsetta und Checca, sitzen Netze stopfend und tratschend vor ihren Häusern. Thema sind ihre Männer oder Verlobten, die allesamt noch auf Fischfang sind. Einzig der Bootsbesitzer Toffolo ist auch da. Sein Herz brennt eigentlich für Checca, trotzdem schmeichelt er aus Spaß Titta Nanes Verlobten Lucietta, was für gehörigen Aufruhr unter den Frauen sorgt und einen ungezügelten Streit provoziert. Sie beschimpfen Toffolo und schicken ihn fort. Die Männer kommen zurück, anfangs versuchen die Frauen zu schweigen, was nur schlecht gelingt. Und so kommt es zu einem Gerangel zwischen Toffolo und den Fischern Beppo, Padron Toni und Titta Nane. Erst als  sich Padron Vicenzo und seine Leute einschalten, stoppt das Handgemenge. 

Diesen immer wieder auflodernden Streit beizulegen, obliegt in Folge Isidoro, einem Adjunkten am örtlichen Gericht. Toffolo klagt nämlich kurzerhand alle an, mit denen er im Disput liegt. Nach eindringlichen Befragungen der gegnerischen Parteien sieht Isidoro den einzigen Weg darin, die Zerstrittenen untereinander zu verheiraten. Allen Nervenkrisen und sonstigen Widrigkeiten zum Trotz, macht sich Isidoro unbeirrt an die Arbeit – mit dem Ziel, die Chiozzoten am Ende des Stücks über ihre Fehler lachen zu sehen.

„Ich verfasste ein venezianisches Lustspiel Le Baruffe chiozzotte. Ich werde den Inhalt des Stückes nicht angeben, da die Idee ein Nichts ist, das nur als Gemälde nach der Natur Erfolg hatte. Als Koadjutor des Kriminalkanzlers hatte ich in meiner Jugend zu Chiozza mit der zahlreichen und unruhigen Einwohnerschaft von Fischern, Seeleuten und Weibervolk zu tun, die keinen anderen Versammlungsort haben als die Straße. Ich besaß genaue Kenntnis ihrer Sitten, ihrer eigenartigen Sprache, ihrer Frohnatur und ihrer Tücken. So war ich imstande, sie zu schildern. Das Stück hatte deshalb einen glänzenden Erfolg und beschloss den Karneval.“ (Carlo Goldoni)

 

„Krach in Chiozza“  von Carlo Goldoni  in einer Bearbeitung für das Wiener Kindertheater

Intendanz: Sylvia Rotter
Regie: Sylvia Rotter u. Petrica Voicu
Bühne: tba
Kostüm: Petra Maria Eder
Requisite: Eva Redtenbacher-Kohout
Musik: Julia Meinx